Vor 82 Jahren begann der zweite Weltkrieg und hinterließ Millionen Tote und unzählige traumatisierte Menschen – unendliches Leid. In dem biographisch geprägten Filmdrama „Ein verborgenes Leben“ zeigt der Regisseur Terrence Malick wie ein Einzelner Widerstand leisten kann. 

Im Fokus steht der österreichische Bauer Franz Jägerstätter, dargestellt von August Diehl – mit seiner zerbrechlichen Gestalt und doch einem großen Leuchten von Innen. Imposante Aufnahmen vom Sähen und der Heuernte in ungewöhnlichen Perspektiven, umreisen den einfachen Alltag des Almbauern, der mit seiner Frau und drei Töchtern einen idyllischen Hof in Radegund, in der Nähe von Salzburg, bewirtschaftet. Diese bricht Malick mit Ausschnitten aus Riefenstahls Propagandafilm „Triumpf des Willens“ und weiteren Archivaufnahmen.

Zunächst noch Teil der dörflichen Gemeinschaft, gerät die Bauernfamilie zunehmend an den Rand in eine Außenseiterposition. Denn Franz Jägerstätter lehnt den Krieg offen ab und verweigert schließlich seinen Dienst bei der Wehrmacht aus Glaubens- und Gewissensgründen. Eigentlich ist der Begriff Widerstandskämpfer für diesen pazifistisch gesinnten jungen Österreicher nicht zu treffend. Sein Widerstand ist passiv und ohne Gewalt. Konkret weigert er sich mit einer Waffe zu kämpfen und sich zu Hitler zu bekennen.

Malick, der auch für das Kriegsepos „Der schmale Grat“ bekannt ist, verwendet zahlreiche sakrale Symbole. Er erzählt das nahende Ende des jungen Familienvaters, der zunächst inhaftiert, gefoltert und schließlich hingerichtet wird, als Märtyrergeschichte. „Wir wissen nicht wofür wir kämpfen“, diese zentrale Aussage Jägerstädters trifft den moralischen Kern des dreistündigen Werks. Rat sucht er bei einem Bischof, doch Halt findet er vor allem im Austausch mit seiner Frau Fani (gespielt von Valerie Pachner), ihr Briefwechsel wird aus dem Off vorlesen. 

Ein Antikriegsfilm, der ohne Schlachten auskommt, mit gewaltigen Bildern und durch die ethischen Fragen, die er stellt, in Erinnerung bleibt.

Angesichts gegenwärtig wehender Reichsfahnen und der Präsenz weiterer nationalsozialistischer Symbole und Gesinnungen, ist es an der Stunde sich zu besinnen, dass jede und jeder sich für sein Gewissen entscheiden und gegen Hass und Krieg positionieren kann.

Das Filmdrama ist neu im Verleih des Ökumenischen Medienladens verfügbar.

Bildquelle: www.pandorafilm.de