Das Buch bietet einen breiten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Medienerziehung. Es liefert sowohl theoretische Hintergrundinformationen zu Medienerziehung und Mediennutzung als auch Hinweise für konkrete eigene Projekte.

Der erste grundlegende Teil des Buches stellt die Pädagogik an sich in den Mittelpunkt und fordert eine Neuaufstellung gerade auch in Hinblick auf die veränderte digitale Welt. Pädagogik sollte sich demnach nicht mehr nur nach den vorgegebenen ökonomischen Zwängen ausrichten, sondern wieder stärker politisch agieren. Weitere Artikel widmen sich der veränderten Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und dem so auch veränderten Prozess des Erwachsenwerdens. Dargestellt werden die unterschiedlichen Phasen der Medienaneignung von Kindern und Jugendlichen von den 0-3 Jährigen bis zu den 18 Jährigen. Der letzte Abschnitt dieses Teils beleuchtet Medienerziehung und Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen aus juristischer Sicht und beschäftigt sich dabei mit den Rollen von Erziehungsberechtigten und der Rolle des Staates.

Im zweiten Teil Medienerziehung in Familie und Kita, wird die Rolle der Eltern in den Fokus gestellt. Hier geht es um deren Haltung zu Medien, Überforderung im Umgang mit der Digitalisierung und der eigenen Vorbildfunktion und um die verschiedenen Erziehungsstile bei der Medienerziehung. Themen sind weiterhin smart- und connected Toys, also Spielzeuge, die mit medialen Mitteln interagieren können oder/und mit dem Internet verbunden sind.  Best Practice Beispiele für Elternarbeit und eine kritische Auseinandersetzung mit fehlender Medienarbeit in der Kita und der Verklärung der Natur als einzig wahrer Ort für eine gelungene Kindheit schließen diesen Teil ab.

Im dritten Teil Medienerziehung in Schule und anderswo, werden umfangreiche Hinweise zu freien Materialien und Internetseiten gegeben, die sich in Schule und Jugendarbeit zur Medienerziehung einsetzen lassen. Zusätzlich wird auf die Situation der Kinder- und Jugendhilfe in Hinblick auf begleitende Medienerziehung eingegangen.

Das Buch ist besonders geeignet für Leser, die sich mit dem Thema Medienerziehung zum ersten Mal auseinandersetzen möchten oder sich in Hinblick auf Digitalisierung und Medienerziehung auf den neusten Stand der Forschung bringen möchten.

Eine Rezension von Andrea Hettler