Wenn die Menschen zur Zeit nicht in die Kirchen gehen können, muss die Kirche zu den Menschen kommen. Live-Streams sind eine gute Möglichkeit von Zuhause aus an Gottesdiensten teilnehmen zu können. Dem Beispiel der großen Kirchen folgen nun viele kleiner Gemeinden. Doch wie verhält es sich mit der GEMA bezüglich der Lieder und Musik in der Messe?

Bernhard Moormann vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat hier die wichtigsten Informationen zu GEMA und online Gottesdienst-Übertragungen zusammengestellt:

YouTube und Social Media Plattformen:

Das Hochladen von urheberrechtlichen geschützten Musikwerken auf diesen Plattformen sowie das Streaming oder Downloaden dieser Werke, ist über die bestehenden Verträge mit den entsprechenden Betreibern abgegolten. Das heißt für kirchliche Einrichtungen, dass Gottesdienste, andere musikalische aber auch sonstige Darbietungen auf Plattformen eingestellt werden können, ohne dass zusätzliche Lizenzen dafür erworben werden müssten. Auch eine Vergütungspflicht entsteht nicht. Die Nutzung der Plattformen ist vertraglich zwischen GEMA und den Plattformbetreibern abgedeckt. Auch außerhalb der Zeit, in der Gottesdienste wegen der Gefahr der Infizierung mit dem Corona-Virus ausfallen müssen, können Nutzungen auf den Plattformen eingestellt werden ohne Lizenz- bzw. Vergütungspflicht gegenüber der GEMA.  

Einstellen auf eigener Homepage und Websites:

Die GEMA hat sich entschlossen, für die Zeit in denen die Gottesdienste nicht vor Ort durchgeführt werden können, die Nutzung von urheberechtlich geschützten Musikwerken neben der Möglichkeit des Streamings auch den Download bzw. das Speicher auf den Homepages der kirchlichen Einrichtungen durch den bestehenden Pauschalvertrag als abgegolten zu betrachten. Die Art der Musikwiedergabe, live durch den Organist oder Tonträger, ist dabei unerheblich.

Diese Texte sind auch in der katholischen Rechtsdatenbank zu finden und unter den aktuellen Nachrichten der Deutschen Bischofskonferenz.