Die aktuelle FIM-Studie ist Mitte Februar 2018 erschienen! FIM steht für Familie, Interaktion und Medien und untersucht die Kommunikation und Mediennutzung in Familien. Erstmals veröffentlichte der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest 2011 Ergebnisse dazu, nun folgt die zweite Studie: 284 deutschsprachige Familien mit Kinder im Alter von 3 bis 19 Jahren wurden im Zeitraum Mai/Juni 2016 befragt. Neben einen quantitativen Basisbefragung (der Altersgruppe entsprechend standardisierte Fragebögen) gab es auch eine Tagebucherhebung, die den Alltag der Familien dokumentiert.

Gemeinsames Fernsehen unbestritten Nr. 1 der Mediennutzung in der Familie

Egal, über welchen Verbreitungsweg es genutzt wird: Fernsehen ist das Medium, das 57 Prozent der Familien gemeinsam regelmäßig nutzen und dies besonders vor dem Zubettgehen. Gesprächsthema Nummer eins in der Familie sind deswegen Fernsehinhalte. Während Eltern jüngerer Kinder (3-11 Jahre) Angebote des Kindersenders KIKA gemeinsam schauen, favorisieren ältere Kinder Privatsender. Das lineare Fernsehen dominiert auch 2016 noch das Fernsehen in der Familie. Als weiteres Medium begleitet das Radio (50%) Familien durch den Alltag und gemeinsames Musik hören (40%).

Väter sind Technik-Experten für Medien und Kinder für Computerspiele

Eltern, aber auch den Kindern, wurde die Frage gestellt, wer sich in Bezug auf verschiedene Medienthemen am besten auskennt.

Nach Selbsteinschätzung der Eltern werden Väter besonders im Hinblick auf die Bedienkompetenz und Technik als Experten gesehen. Mütter hingegen werden als Experten für Fernsehinhalte und Bücher gesehen.

Bei einem Thema sind sich Eltern und Kinder einig: Beim Thema Computerspiele sind Kinder die Experten in der Familie (bei Eltern und Kinder 100%). Blicken wir in die Studie von 2011, gaben nur 56 Prozent der Eltern an ihre Kinder hier als Experten zu sehen.

Die Einschätzung der Kinder ist ähnlich wie die Angaben der Eltern, jedoch schätzen sie sich beim Thema Social Media knapp vor den Eltern ein.

Eltern schätzen sich in Medienfragen kompetenter ein als vor fünf Jahren

Medienerziehung ist ein wichtiges Thema, denn Medien durchdringen unsern Alltag, sei es zur Kommunikation, Unterhaltung oder im Beruf oder Schule. Deswegen ist es wichtig, dass Eltern Regeln und Vereinbarungen treffen, aber vor allem auch Ansprechpartner und Vorbild in Bezug auf Medien in der Familie sind.

Eltern wurden deswegen gefragt, wie kompetent sie sich in Hinblick auf ihre Medienerziehung einschätzen. Etwa jeder dritte Elternteil schätzt sich hierbei sehr kompetent ein. Auch hier trauen sich Väter mit 40 Prozent deutlich mehr Medienerziehungskompetenz zu als Frauen mit 23 Prozent. Mehr als die Hälfte der Eltern (57%) sieht sich „etwas kompetent“ in Sachen Medienerziehung. Schaut man sich die Einschätzung der Eltern näher an, so ist auffällig, dass ältere Eltern und auch Eltern älterer Kinder sich weniger kompetent einschätzen. Auch der Bildungshintergrund hat einen starken Einfluss. Eltern mit höheren Bildungshintergrund schätzen sich kompetenter ein.

Im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Jahr 2011 ist ihr Zutrauen in Sachen Medienerziehung gewachsen und sie schätzen sich kompetenter ein.

Weniger Regeln in Bezug auf Smartphonenutzung

In Familien gibt es in Bezug auf die Nutzung verschiedenen Medien Regeln bzw. Vereinbarungen zwischen Eltern und ihren Kindern. Am häufigsten werden hier Regeln zur Nutzung von Serien und Filmen genannt. Auch zu digitalen Spielen gibt es Vereinbarungen zu Dauer und Inhalt. In Bezug auf die Spieldauer geben etwa die Hälfte der Eltern an, dass diese Regeln weniger stringent umgesetzt werden. Fast die Hälfte der Eltern reglementiert auch, welche Internetseiten von Kindern genutzt werden dürfen. Drei Viertel der Eltern geben an, dass diese Regeln erfolgreich angewendet werden. Obwohl 95 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen ein Smartphone besitzen, gibt es dafür eher weniger Regeln. Nur 35 Prozent in dieser Altersgruppen geben an hier Regeln befolgen zu müssen. Medien sind im Alltag aber immer wieder Gesprächsthema. In jeder dritten Familie wird über Nutzungsdauer und -zeiten täglich oder mehrmals die Woche gesprochen.

Medien kaum Streitthema, trotz verstärkter Präsenz im Familienalltag

Wenn Regeln in Bezug auf Medien nicht eingehalten werden, kann dies natürlich auch zu Streit führen. Bei der Aussage „Medien sind in unserer Familie häufiger ein Grund für Streit“ stimmen etwa vier Prozent der befragten Eltern dem voll und ganz zu. Bei den befragten Heranwachsenden im Alter von zwölf bis 19 Jahren wird dies höher eingeschätzt. Hier stimmen zehn Prozent der Aussage voll und ganz zu. Im Vergleich zu 2011 hat sich die Zustimmung erhöht, hier waren es damals nur vier Prozent. Es kann jedoch festgehalten werden, dass Medien, trotz verstärkter Präsenz im Familienalltag, kaum als Grund zu familiären Konflikten genannt wird.

 

 

Wie Sie sehen oder selbst in Ihrer Familie erfahren haben, bilden Medien ein Teil des Familienalltags. Sie werden gemeinsam genutzt, bieten Gesprächsstoff, werden zur Kommunikation genutzt, um sich beispielsweise über Organisatorisches auszutauschen. Zudem finden auch Aushandlungsprozesse statt, sei es, wann im Familienalltag sich Medien zugewendet werden (z.B. während dem Essen kein Fernseher) und welche Regeln für die Nutzung gelten.

 

Wenn Sie noch weitere Infos über das Theme erhalten möchten, dann legen wir Ihnen folgende Veranstaltung nahe: Am 14. März 2018 finden die Stuttgarter Tage der Medienpädagogik statt. Hier geht es um das Aufwachsen mit Medien – Mediensozialisation und -kritik heute. Weitere Infos und Anmeldung unter https://www.stuttgarter-tage.de/

Quelle und weitere Informationen: http://www.mpfs.de/studien/fim-studie/2016/

Bildquelle: fotolia

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