Der 27. Januar ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Datum fand 1945 die Befreiung der Überlebenden von Auschwitz statt. Die Vereinten Nationen erklärten den 27.01. im Jahr 2005 zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Inzwischen gibt es zahlreiche Filme, die sich mit den europaweiten Verfolgungen und Deportationen außerhalb Deutschlands auseinandersetzen – hier eine aktuelle Auswahl.

Für die Altersgruppe ab 10 Jahren ist der belgisch-französische Jugendfilm „Fannys Reise von Lola Doillon empfehlenswert. Er begleitet eine Gruppe von jüdischen Kindern, die in einem französischen Waisenhaus versteckt leben, wie sie vor den vorrückenden deutschen Truppen flüchten. Der Spielfilm beruht auf der wahren Lebensgeschichte der Protagonistin, Fanny Ben-Ami, die als 13-Jährige die Kindergruppe bei ihrer Flucht von Frankreich in die Schweiz anführt. Der 91-minütige Film von 2016 ist im Ökumenischen Medienladen als DVD ausleihbar (Mediennr. DVS 1124). Zum Film gibt es in der Bibliothek des Medienladens unter der Signatur Afiu 491 außerdem ein filmpädagogisches Heft mit Begleitmaterialien.

Der Kurzfilm „Anrath führt die Zuschauer in die gleichnamige Stadt in den Niederlanden. Dort bekommt ein vor dem Ruhestand stehender Schutzpolizist die Order, eine jüdische Frau, die in seinem Alter ist, zum Zug nach Krefeld zu bringen. Da sein Motorrad nicht anspringt, fährt der Ortsgruppenleiter sie schließlich mit dem Fahrrad. Auf diesem Roadtrip entwickelt sich eine Vertrautheit zwischen den beiden, die im krassen Kontrast zum Ziel der Reise, der Deportation, steht.  Die deutsche Produktion dauert 19 Minuten und wird ab 14 Jahren empfohlen. Der Kurzfilm „Anrath“ (2016) von Gregor Höppner, ist ebenfalls als DVD im Verleih des Ökumenischen Medienladens (Mediennr.: DKV 1853) zu entleihen.

In Italien und Deutschland spielt der preisgekörnte Justizthriller „Der Fall Collini“ von Marco Kreuzpaintner (2018). Er basiert auf dem internationalen Besteller von Ferdinand von Schirach. Ein dubiöser Mordfall an dem Großindustriellen Hans Meyer durch den bereits 70-jährigen Italiener Fabrizio Collini (Franco Nero) bringt viele unvorhersehbare Wendungen mit sich. Der Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) hat, durch seine Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara), eine persönliche Bindung zu dem Ermordeten. Caspar wird von dem Fall nach Italien während der NS-Zeit geführt und mit einem Skandal der Deutschen Geschichte konfrontiert, der bisher weitgehend ausgeblendet wurde. Der anspruchsvolle Film, mit seinen komplexen Verstrickungen und vielen Erzählebenen, ist ab 16 Jahren empfohlen und eignet sich für die schulische Oberstufen und die Arbeit mit Erwachsenengruppen.  Er ist als Videostream sowie DVD im Ökumenischen Medienladen der Diözese Rottenburg-Stuttgart verfügbar (Mediennr.: DVS1118).

TIPP: Eine Medienliste sowie Literaturliste mit Empfehlungen zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust, sowie weiteren Gedenktagen, finden sich auf der Homepage des Ökumenischen Medienladens.