Am Dienstag im Ersten „Um Himmels Willen“ und am Donnerstag im Zweiten „Tonio und Julia“. Der Dauerkonflikt zwischen Schwester Hanna und Bürgermeister Wöller erhält Konkurrenz durch das Zusammenspiel von Familientherapeutin Julia und dem jungem, attraktiven Pfarrer Tonio. Beide Kirchenvertreter lösen ständig Probleme von Menschen und sind als Problemlöser auch sehr gefragt und gesucht.

Ich fange an zu befürchten, dass die katholische Kirche und ihre Repräsentanten langsam in der Fernsehabendunterhaltung eine größere Rolle spielen als im wirklichen Leben. Tröstlich immerhin, dass die Figuren durchweg liebevoll und positiv dargestellt werden (mit Ausnahme des etwas geldgierigen Generalvikars bei Tonio).

Natürlich werden in beiden Serien Klischees bedient. Und natürlich lässt die alte Freundschaft zwischen den beiden jungen und attraktiven Hauptdarstellern nichts Gutes erwarten, was den Umgang mit dem Zölibat betrifft. Aber immerhin versuchen die Macher von „Tonio und Julia“ irgendwie auch den Unterschied zwischen Sozialarbeit und Seelsorge zu thematisieren und ins Bild zu setzen. Ob die real existierenden Pfarrer in unseren Seelsorge-Einheiten denn wirklich in dem Umfang als Seelsorger gefragt sind und auch die Zeit dazu haben, das zu leisten? Aber ein Film muss ja immer ein wenig komprimieren ….

Rainer Steib

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