Die Medienlandschaft ist im ständigen Wandel und das merken wir auch an unseren Mediengeräten zuhause. Es gibt immer neuere Technologien, die alte Mediengeräte ablösen und im Haushalt überflüssig machen. Ich persönlich hatte als Kind noch einen Walkman für meine Hörspiel-Kassetten. Diesen ersetzte ich als Teenie durch meinen tragbaren CD-Player, später kam der mp3-Player hinzu. Heute schließe ich einfach Kopfhörer an mein Smartphone und kann so unterwegs Musik hören. Ähnlich ging es mit den VHS-Kassen und DVDs, die von internetfähigen Fernsehgeräten abgelöst wurden. Nun liegen diese Geräte ungebraucht, teilweise defekt in unseren Haushalten.

Auf der Suche nach einem passenden Thema für unser Jahrestreffen des ökumenischen Medienreferentennetzwerks, stießen wir auf ein interessantes Konzept zum Thema Medienethik, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Nutzungsvielfalt in Zeiten der Wegwerfgesellschaft. Die Digitalwerkstatt in Karlsruhe wird von Thorsten Belzer geführt und vom Ideenwettbewerb „Idee-BW“ als herausragendes Projekt, um die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltig zu stärken, ausgezeichnet.

Vor unserem Besuch bei der Digitalwerkstatt galt es, daheim zu schauen, was wir für Kleingeräte haben, die wir nicht mehr brauchen bzw. defekt sind. Von ausgedienten, defekten Handys, Laptops und Routern bis hin zu funktionierenden Bluetooth-Lautsprechern hatten unsere Medienreferenten und ihre Kinder einiges mitgebracht.

Nach einer kurzen Fragerunde zu den mitgebrachten Geräten, lernten wir gleich die erste Station kennen und zwar die PING!-Station. Hier können defekte und ausgediente Geräte abgegeben und wiederum von Menschen abgeholt werden, die es beispielsweise reparieren oder noch gebrauchen können. So kam dann gleich der Bluetooth-Lautsprecher in das Inventar der PING!-Station. Weitere Infos darüber gibt es hier http://pingstation.de/. Bald wird auch eine PING!-Station beim Ökumenischen Medienladen in Stuttgart eingerichtet. Nähere Informationen folgen. 

Die defekten Geräte schraubten wir auf und lernten deren Innenleben kennen.Eine PC-Maus besteht aus Kunststoff, Eisen, Platinen, Gummi und einem Kabel. Manche haben noch eine Kugel, einige aber eher LED.

Als nächsten Schritt sortierten wir die Teile des Geräts in die entsprechenden Materialkisten. Was viele nicht wissen: unsere Geräte, die wir auf den Wertstoffhöfen entsorgen, werden u. a. nach Afrika gebracht. Dort werden dann erst die Materialien sortiert. Beim Auseinanderbauen und sortieren wird einem bewusst, wie wertvoll die Materialien sind und wie wichtig es ist, diese zu recyceln, da Rohstoffe in der Natur natürlich immer knapper werden.

Einzelne Teile verwendeten wir beispielsweise, um einen Insektoboter zu basteln, damit zu stempeln, zu bemalen oder sie zu fotografieren, um dann daraus eine Postkarte zu erstellen. Aus der Festplatten-Scheibe kann ein Taschen-Spiegel werden, aus einer Kassettenhülle eine Smartphone-Halterung. Wer eine Auszeit vom Basteln brauchte, konnte sich Filme anschauen zum Thema Recycling.

Nach einem Tag kleben, schrauben und löten sind wir ein bisschen schlauer, was so alles für Materialien in unseren Mediengeräten verbaut werden, wie wichtig recyceln ist und dass unsere abgelegten Mediengeräte nicht in der Schublade oder auf dem Speicher verstauben müssen. Demnächst mache ich Frühjahrsputz und dann bringe ich meinen eingestaubten Walkman zur PING!-Station. Vielleicht mag jemand wieder seine alten Hörspiel-Kassetten zum Leben erwecken.

Weitere Infos und Materialien zur Digitalwerkstatt und Stationen gibt es unter http://digitalwerkstatt-karlsruhe.de/

Text und Fotos: Katharina Haugwitz

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