Kinosaal mit Vorhang

Die Filmbranche leidet unter Corona, Filmstarts wurden verschoben, viele Lichtspielhäuser sind oder waren geschlossen – manche dauerhaft. Die Pandemie ist noch nicht vorüber, aber schon jetzt wird deutlich wie groß der Schaden ist.

Die weltweite Corona-Pandemie trifft auch die Kulturschaffenden und Unterhaltungsindustrie schwer. Bereits bei der Produktion der Filme und Serien gibt es immense Schwierigkeiten, durch die Vorschriften zur Vermeidung von weiteren Ansteckungsreihen und bereits Erkrankten, die ausfallen. Auch die finanziellen Einbußen sind enorm. Die internationale Kette Cineworld meldet aktuell einen Verlust von 1,36 Milliarden Dollar. Zeitweise schließt sie nun über 670 Kinos in den USA und Großbritannien.

Auch im deutschen Südwesten waren vielen Kinos über Wochen geschlossen. Kreative Zwischenlösungen wurden vielerorts mit mobilen Autokinos angeboten, die aber nur einen geringen Bruchteil der ausfallenden Gewinne, durch die fehlenden Besucher, ausgleichen konnten.

Viele Kinobetreiber sind existenziell bedroht und nicht wenige mussten bereits das Handtuch werfen. So schloss in Stuttgart Ende Mai der UfA-Plalast für immer seine Türen. Andere Kinos, auch die kleinen Innenstadtbetriebe, haben inzwischen wieder geöffnet. (Ein kurzer Bericht in der SWR Landesschau dazu vom 30.08.2020) Tickets können online gekauft sowie kontaktlos geprüft werden und, außer beim Sitzen auf dem Platz, gilt die Maskenpflicht für alle ab sechs Jahren. Diese Hygienekonzepte sollen möglichst gute Bedingungen für einen sicheren Filmgenuss ohne ungeliebte Souvenirs schaffen. Doch die detaillierten Vorschriften führen wiederum zu Einnahmeeinbußen, da unter anderem Sitze zwischen Kleingruppen , wie Paaren oder Freunden, freibleiben müssen, um den nötigen Abstand gewähren zu können.

Hinzu kommt, dass viele Filme, darunter auch einige Blockbuster, nun erst verzögert veröffentlicht werden. Der neue James-Bond-Film “No Time to Die” wird beispielsweise erst 2021 seinen Filmstart haben. (Hier eine Übersicht zu den verschobenen Filmstarts.)

Eine harte Probe für Kinowelt, die ohnehin unter dem wachsenden Streamingangebot leidet. Wie viele Cinematheken die Coronakrise überstehen werden, wird sich erst im Verlauf des nächsten Jahres zeigen.

Bild: Andreas Glöckner auf Pixabay