Weihnachten, die Zeit in der oft viele – zu viele? – Geschenke auf dem Gabentisch liegen und die Zeit, die in vielen Branchen den größten Teil des Umsatzes generiert – eine Zeit zum Nachdenken über Besitz und Konsum?
Warum nicht? Wer es im Kino tun will, muss vermutlich schnell sein – noch läuft 100 Dinge von und mit Florian David Fitz. Der Film kommt nach anfänglich mit etwas zu ausführlicher Freude an der Nacktheit der beiden Hauptdarsteller (Fitz und Schweighöfer) dann doch mit mehr Hintergründigkeit und Ernsthaftigkeit daher, als man ursprünglich vermuten durfte.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Die beiden Freunde machen eine Wette 100 Tage lang von nichts mit jeweils nur einem zusätzlichen Ding auszukommen. Daraus entwickelt sich ein Beziehungsdrama, eine Geschichte um Abhängigkeiten von verschiedenen Dingen wie Handy, Kosmetik oder Kaufsucht. Nebenbei thematisiert der Film, wie wir uns von Medien manipulieren lassen, was wir alles über uns in den Medien preisgeben und wie sehr der Kapitalismus und der Konsum auch und gerade die Medienwirtschaft antreiben. Ein Buddy-Movie, eine Liebesgeschichte mit Happy-End natürlich und einige auch absehbare Gags. Aber alles in allem ein sehenswerter, bedenkenswerter und unterhaltsamer Film, der uns den Wert der Dingen verdeutlichen will.

Autor: Rainer Steib

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