Aus der Reihe Keine Autoren für den Gemeindebrief? 7 Gründe und Vorschläge

Das Problem

Kreative Aufgaben wie Schreiben und Fotografieren machen einigen Spaß; das Abtippen der Gottesdienstzeiten ist meist nicht so begehrt. Zu jeder Ausgabe des Gemeindebriefs gehören Fleißaufgaben, die ungern übernommen werden.

Der Lösungsvorschlag

Es ist super, wenn Ehrenamtliche Aufgaben übernehmen – das macht Kirche lebendig. Doch sie können nicht alles übernehmen. Wenn beispielsweise das Abtippen und Formatieren von Gottesdienstzeiten so langweilig ist, dass es niemand ehrenamtlich machen will, dann muss es hauptamtlich geleistet werden. Diese „unattraktiven“ Aufgaben müssen nicht immer vom Pfarrbüro übernommen werden. Oft macht es auch Sinn, für solche Layout-Arbeiten Grafiker zu bezahlen.

Eine andere Fleißaufgabe ist das Zusammentragen der Termine und Informationen aus allen Gemeinden und Gruppen. Wie viel Aufwand das tatsächlich ist, wird gerne unterschätzt. Diese zentrale Aufgabe kann schlecht von externen Grafikern übernommen werden. Es ist also mal wieder anzumahnen, dass der Öffentlichkeitsarbeit, die fundamental für unsere Zukunft ist, von den Hauptamtlichen entsprechend Zeit eingeräumt wird. Auch als Hauptamtlicher macht man natürlich lieber die schönen Projekte: Doch im Beruf ist es leider notwendig, auch die unattraktiven Arbeiten zu erledigen.

 

Aus der Reihe Keine Autoren für den Gemeindebrief? 7 Gründe und Vorschläge

2 thoughts on “Wer macht die (langweiligen) Fleißarbeiten?”

  1. Guter Vorschlag – ich lasse ab sofort einfach beispielsweise die Gottesdienste im Kindergarten ausfallen und widme mich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit! *ironieoff*
    Diese Ermahnung ist ein Schlag ins Gesicht für alle Hauptamtlichen, die weit über ihr bezahltes Deputat hinaus mit persönlichem Einsatz kreativ und engagiert für das Reich Gottes unterwegs sind – als ob wir Hauptamtlichen wie „Rosinenpicker“ nur tun, was uns Spaß macht, und den „Rest“ auf Ehrenamtliche abschieben.
    (Zwischen heute und Ostermontag liegen für mich noch 3 Familiengottesdienste zu Palmsonntag, 5 Kindergartengottesdienste, eine Bußfeier, ein Kinderkreuzweg, eine Osternachtsfeier, ein Ostergottesdienst im Altenheim und bereits die erste Erstkommunion – die Proben und sonstigen Vorbereitungen für die jeweiligen Veranstaltungen noch gar nicht gerechnet; hoffentlich kommen nicht noch außergewöhnlich viele Beerdigungen dazu!) Ich meine nicht, dass wir keine Öffentlichkeitsarbeit tun sollten – nur: „Zeit einräumen“, wie vorgeschlagen, ist eine nette Idee – und woher? Auch unser Tag hat nur 24 Stunden!

    1. Liebe Frau Vallendor,
      vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
      Ich kenne den beruflichen Alltag von pastoralen Mitarbeitern aus meinem engsten Familien- und Freundeskreis sehr gut und weiß, wie schwierig und anspruchsvoll dieser ist. Zahlreiche Aufgaben, familienunfreundliche Arbeitszeiten – und absurde Erwartungen, die niemand erfüllen kann.
      Ich schreibe deswegen in meinem Beitrag auch: Vieles muss nicht von pastoralen Mitarbeitern oder SekretärInnen gemacht werden, sondern kann externen Grafikern übergeben werden. Dann ist eine Frage der Finanzierung und nicht der Arbeitszeit.
      Zugleich muss im Team der Hauptamtlichen Zeit für Öffentlichkeitsarbeit da sein, sie ist viel zu wichtig! Wir können die Öffentlichkeitsarbeit nicht gegen andere Angebote ausspielen. Hier ist nicht der Ort für eine ausführliche Begründung (vgl. unter anderem meine Broschüren-Reihe: http://fachstelle-medien.de/portfolio/broschueren-fuer-die-oeffentlichkeitsarbeit/). Ich beschränke hier mich auf die Kurzformel: „Öffentlichkeitsarbeit ist nicht alles, aber ohne Öffentlichkeitsarbeit ist alles nichts.“
      Öffentlichkeitsarbeit lässt sich dabei auch gut planen: Die allermeisten Arbeiten müssen nicht an den arbeitsintensiven Kar- und Ostertagen passieren.
      Für weitere Fragen oder Austausch stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung!
      Ich wünsche Ihnen, trotz der vielen Termine, frohe und besinnliche Feiertage!
      Herzlichen Gruß, Michael Leser

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