Flyer Am Puls _ DIN lang druck

Gleich das Selfie vom Joggen hochladen mit Hashtag #me #selfie #jogging #smartwatch #happy.  8.809 Schritte musst du noch laufen, um dein Tagessoll zu erreichen. 150 Gramm Früchtemüsli und ein Ei machen dich fit für den Tag. Spätestens um 22:30 Uhr solltest du heute ins Bett gehen. 39 Personen haben deinen Post: „Neue Smartwatch gekauft! Super happy :-)“ und 54 Personen dein Jogging-Selfie mit „Gefällt mir“ markiert.

Noch nie war es so einfach, sich selbst darzustellen und zu dokumentieren: Durch Selfies, die wir in WhatsApp und auf Facebook posten, oder durch eine Smartwatch, die beim Joggen den Puls misst.

Self-Tracker werden Menschen genannt, die Daten über sich selbst sammeln und diese mittels Apps auswerten und vergleichen. Als Lifelogging wird diese Art des neuartigen „Tagebuchschreibens“ bezeichnet. Sie wollen ihren Lebensstil optimieren, um gesünder, fitter und glücklicher zu werden. Sich selbst entdecken, bewusster leben und sich motivieren sind die Leitideen der Selbstoptimierung mittels Selbstvermessung. Der Trend findet als „Quantified Self“-Bewegung weltweit Anhänger. Dabei werden die erhobenen Daten so selbstverständlich in Sozialen Netzwerken geteilt wie Selfies, mit denen wir uns auf Instagram in einem Selfie-Tagebuch „verwirklichen“.

Was auf der einen Seite viele neue Möglichkeiten der Identitätsfindung offenbart, wird auf der anderen Seite als Narzissmus problematisiert: Sind Selfies Ausdruck von Selbstverwirklichung oder Selbstverliebtheit? Führt die Selbstvermessung des Körpers zu mehr Sicherheit oder setzen wir uns unter Druck? Und was sind Auswirkungen auf die Gesellschaft? Diesen und weiteren Fragen geht die Tagung „Am Puls des Ichs – Unterwegs in eine narzisstische Mediengesellschaft?“ nach.

15. April 2015, 16 Uhr, Haus der Katholischen Kirche, Stuttgart

Anmeldung und weitere Informationen hier

Flyer „Am Puls des Ichs“

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