Aus der Reihe Keine Autoren für den Gemeindebrief? 7 Gründe und Vorschläge

Das Problem

Es ist frustrierend, wenn die Gemeindebrief-Redaktion nicht frei arbeiten kann: Mancherorts arbeiten nur wenige mit, aber viele Kirchengemeinderäte und Hauptamtliche beanspruchen das letzte Wort zu haben.

Der Lösungsvorschlag

Halten Sie schriftlich fest, dass die Redaktion den Gemeindebrief eigenverantwortlich erstellt. Ein „Redaktionsstatut“ kann mit dem Kirchengemeinderat beschlossen werden. Zwar ist konstruktive Kritik immer willkommen, aber ohne Freiheiten kann kein gutes Heft entstehen. Größere Änderungen am fast fertigen Heft müssen die große, gut begründete Ausnahme sein.

Dabei ist selbstverständlich: Wer meint es besser zu können, soll mitmachen. Jeder kann sich bei der Redaktion einbringen. Entweder man arbeitet ganz mit – oder man hält sich ganz raus.

Im Ausnahmefall kann es inhaltliche Differenzen geben, zum Beispiel zwischen Pfarrer und Redaktion. Dann ist es sinnvoll, deutlich zu machen, wessen Meinung ein Artikel vertritt. Vielleicht kann eine andere Sichtweise ebenfalls gedruckt werden.

In jedem Fall muss die Redaktion auf ihre Eigenverantwortlichkeit bestehen. Ehrenamtliche sind da längst in einer starken Position: Wenn sie ihre Aufgaben nicht angemessen ausüben dürfen, dann lassen sie es. Wer sich engagieren will, findet an vielen Orten spannende Aufgaben und Dankbarkeit. Die Leitung wird sich schwer tun eine Redaktion zu ersetzen, wenn sie erstmal verschreckt wurde.

Tipp: Bei der diözesanen Initiative Ehrenamt verbindet finden Sie mehr Empfehlungen dazu: Mitbestimmen – muss das sein?

Zweiter Tipp: Bei Pfarrbriefservice.de gibt es dazu einen Beitrag mit Beispiel als hilfreicher Vorlage.  In Warum sich das Arbeiten mit Konzept lohnt beschreibt ein Redakteur, welche guten Erfahrungen sie damit in der Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen im Erzbistum Köln machen. Auch auf deren Seite lässt sich ihr Redaktionskonzept abrufen. Auch deren Autorenvereinbarung ist dort als Anregung einsehbar.
Ergänzend zu dieser sehr nützlichen Vorlage schlage ich folgende Textbausteine vor:

    • Wie im Grundlagenpapier zur Pfarrbriefarbeit der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz vorgesehen, arbeitet die Gemeindebrief-Redaktion eigenverantwortlich.
    • Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) ist der leitende Pfarrer. Daher muss er die Druckfassung jeder Ausgabe freigeben.
    • Werbeanzeigen im Gemeindebrief sind [nicht] gestattet.
    • Der Redaktion ist bewusst, dass es ihre Verantwortung ist, Gesetze und Vorschriften zu Medienrecht und Datenschutz zu beachten. Sie ist selbst aktiv, um die Rechtslage zu kennen. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, wird hingewiesen auf:
      • Urheberrecht von Texten und Bildern
      • Persönlichkeitsrechte von Kindern
      • Impressumspflicht
      • Datenschutz bei persönlichen Daten von Gemeindemitgliedern

 

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