Beim Lesen spürt man gleich, dass es für den Autor eine Qual war: Wenn in einer Kirchengemeinde ein neuer Mitarbeiter anfängt, muss er oder sie sich selbst mit einem kurzen Text im Gemeindebrief vorstellen. Dabei schreibt niemand gerne über sich selbst und seine Stärken. Die Qual des Autors führt dann zu den bekannten, berechenbaren Texten: „Ich heiße… Ich bin da geboren, dort und dort aufgewachsen, habe jenes gemacht… Ich freue mich Sie alle kennenzulernen…“ Da leidet auch der Leser.

Drei einfache Tipps, wie Sie es spannender machen können:

    1. Führen Sie ein Interview Ein Interview muss nicht lang sein, ein paar wenige Fragen reichen aus. Fragen Sie den neuen Mitarbeiter, auf welche Fähigkeit er stolz ist, ob er beim traditionellen Saure-Kutteln-Essen dabei sein wird, warum er einen Job in der Kirche wählte und welche Haustiere er hat. Fragen Sie sowohl nach dem persönlichen Glauben, als auch nach Alltäglichem wie dem Haustier. Denken Sie daran: Die Leser wollen die Person kennenlernen. Und das passiert nicht über Jahreszahlen, sondern über Geschichten. Idealerweise hilft Ihr Interview den Gemeindemitgliedern beim lockeren Einstieg ins Gespräch, wenn Sie den Neuen erstmals treffen: „Ich habe gelesen, dass Sie Chinesisch lernen / Schildkröten züchten / sieben Geschwister haben / …“ 
    2. Lebenslauf als Stichpunkte Sie kennen das aus Zeitungen und Magazinen: Die wichtigsten Stationen des Lebens stehen als kurze Liste unter dem Interview oder dem Artikel. Das ist viel übersichtlicher und kürzer als Jahreszahlen und Ortsnamen in Sätze zu pressen. Generell stehen in Gemeindebriefe zu viele Sätze: Bringen Sie auch optisch etwas Abwechslung in Ihr Heft, indem Sie Sachinformationen in Listen aufschreiben.
    3. Gestaltung mit WhatsApp auflockern Der compass aus Bietigheim-Bissingen macht es toll vor: Der neue Pastoralassistent wurde über WhatsApp befragt. In diesem Fall hat die Grafikerin Antje Rudolph es so ansprechend gesetzt – fragen Sie doch mal Ihren Grafiker, ob das auch bei Ihnen geht. Allein die Emojis und Bilder sind eine erfrischende Abwechslung für jedes Heft. Eine ausführliche Anleitung zu geben macht hier keinen Sinn, da sich die Technik von WhatsApp und co ständig ändert und jeder Gemeindebrief es etwas anders braucht – es ist besser, Sie sprechen mit Ihrem Grafiker. Daher nur ganz kurz: a) Haben Sie das Interview fertig, bevor Sie es bei WhatsApp eintippen. Spätere Änderungen am Text sind kaum möglich. b) Screenshots können Sie flexibler über WhatsApp Web am PC machen als am Smartphone. c) Druckfähige, hochauflösende Screenshots können mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm GIMP nach dieser Anleitung erstellt werden.

 

 

Weitere Hilfe beim Schreiben für den Gemeindebrief kriegen Sie übrigens in unserem Kurs Schreibwerkstatt – Schnell und gut schreiben. Zur Gestaltung gibt es die Kurse Flyer und Plakate kreativ gestalten und Gemeindebrief und mehr am Computer gestalten.

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