InternetseitenWarum sehen kirchliche Internetseiten eigentlich fast alle gleich aus? Es gibt da ein recht einheitliches Muster, unabhängig vom technischen System hinter der Seite: Oben ist ein Foto der Kirche und links ist das Menü. Im Menü stehen: Sakramente – Pastoralteam – Angebote – Gruppen – Gemeindebrief als PDF mit Gottesdiensten. So oder so ähnlich ist das bei sehr vielen Gemeinden, achten Sie mal drauf!

Das wäre kein Problem, wenn es ein gutes Muster wäre: Selbstverständlich können sich die Internetseiten von Gemeinde zu Gemeinde ähneln. Aber es gibt da viel zu verbessern. Schauen wir uns das Menü an:

  • Sakramente und Pastoralteam: Solche Fremdwörter und Fachbegriffe versteht fast niemand, nur die engagierten Gemeindemitglieder. Ein Menü, bei dem viele die Titel nicht verstehen, hilft offensichtlich wenig.
  • Angebote und Gruppen: Zwischen diesen Punkten weiß man erstmal nicht, wo der Unterschied ist. Ist der Familienkreis eher ein Agebot oder eine Gruppe? Das Problem dahinter ist ein größeres: Auf der Internetseite wird aus der Perspektive des „Insiders“ (des Engagierten, der die Gemeinde gut kennt) alles strukturiert. Es wird nicht gefragt, ob sich auch jemand zurechtfindet, der die Gemeinde kaum kennt.
  • Gemeindebrief als PDF mit Gottesdiensten: Die Gottesdienstzeiten werden besonders häufig gesucht. Wenn die Nutzer der Seite dann erst eine PDF herunterladen müssen, um dort auf vielen Seiten die Zeiten zu suchen, ist das kein guter Service.

Es ließen sich noch mehr Schwächen benennen, die sich häufig wiederfinden. Hier soll dies nicht ausführlich diskutiert werden, sondern ein paar Beispiele folgen. Falls Sie weitere Empfehlungen zum guten Aufbau von Internetseiten lesen wollen, können Sie dazu kostenlos Broschüren bestellen oder online ansehen: Broschüren zur Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere „Säule 5“.

Die folgenden Beispiele sollen zeigen, wie unterschiedlich kirchliche Internetseiten sein können. Sie sind keine „Musterlösungen“, die kopiert werden sollen. Stattdessen können sie Anregungen sein, um die richtige Seite für die eigene Gemeinde zu erstellen.

 

Franziska AachenPfarre Franziska von Aachen An dieser Seite ist super, wie die zahlreichen Angebote gegliedert wurden. Durch die doppelte Menüleiste findet jeder schnell das Passende. Die Angebote sind nach Zielgruppen strukturiert: Das ist viel besser, als wenn jede der acht(!) Gemeinden ihre Gruppen und Einrichtungen einzeln aufgelistet hätte. Ob einem die optische Gestaltung gefällt, ist Geschmackssache. Unstrittig ist, dass diese Seite für acht Gemeinden mit dutzenden Angeboten übersichtlicher ist als die Seiten vieler kleiner Gemeinden mit wenigen Gruppen.

 

KolumbanSt. Kolumban in Unterboihingen Hier ist das Menü sehr reduziert. Von den drei Punkten im Hauptmenü kommt man einfach zu Übersichtsseiten: Statt zu überlegen, wie man alles mit knappen Worten im Menü eintragen kann, werden die Unterseiten einfach kurz erläutert. Klug und elegant gelöst!

Und nebenbei: Die Seite lässt sich dank dieses Designs auch sehr gut auf Smartphones bedienen. Dieser Aspekt wird immer wichtiger für alle Internetseiten!

 

Maria GeburtMaria Geburt in Aschaffenburg Schweinheim Diese Seite ist ganz untypisch für eine Kirchengemeinde, so wie der Kirchenraum und die Gemeinde ungewöhnlich sind. Die Gemeinde hat ein klares Profil: der Kirchenraum ist sehr reduziert und ästhetisch. Und dieses Profil zeigt auch die Internetseite. Das Menü ist nicht sonderlich benutzerfreundlich, aber das klare Profil der Gemeinde ist einfach beeindruckend.
Falls Sie weitere gute Internetseiten von Kirchengemeinden kennen, freue ich mich über einen Hinweis an fmpr@bo.drs.de oder Kommentar unten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.