Hand playing modern mobile phone application„FOMO – Fear of missing out“ (die Angst, etwas zu verpassen) ist die Bezeichnung für einen modernen Dämon unserer Zeit. In der Medienwissenschaft gilt FOMO als ein Grund für den zunehmenden Medienkonsum bei Jugendlichen. Die Folgen sind Unruhe, Nervosität und schnelle Ablenkung: Probleme, die nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene gut kennen.

Ohne Handy geht keiner mehr aus dem Haus und manch einer hat zwei in der Tasche, das Private- und das Arbeitshandy. Da bietet die Fastenzeit den Anstoß, nicht nur auf leibliche Genüsse zu verzichten, sondern auch dem Medienkonsum zeitweise zu entsagen.

Christen verzichten während der Fastenzeit auf Dinge, die ihnen angenehm und lieb sind – etwa auf Schokolade, Alkohol oder das Autofahren. Die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern soll der Buße und Besinnung dienen: Routine und Gemütlichkeit unterbrechen, um das eigene Verhalten zu reflektieren. Seinen Medienkonsum und die Handynutzung zu hinterfragen ist da naheliegend. Der schnelle Blick auf Likes und aufmunternde WhatsApp-Bilder ist für viele heutzutage alltäglich. Kommunikation über neue Medien ist die erste Wahl, wenn es um die Gestaltung des eigenen Lebens geht.

Handyfasten, auch nur für ein Wochenende, kann bei der Reflexion der eigenen Abhängigkeit von den Apps helfen. Denn Konsumverzicht in der Fastenzeit bedeutet, sich selbst und alle Aspekte des eigenen Lebens neu zu erleben, befreit vom Ballast des vermeintlich Angenehmen.
Wie läuft das Handyfasten ab?

Die Teilnehmer schalten ihr Gerät komplett aus und versuchen so lange wie möglich ohne Handy und Apps auszukommen. Ob nur einen Tag, eine Woche oder gar 40 Tage: Wie lange man mitmacht, entscheidet jeder selbst. Da es sich in der Gemeinschaft einfacher fastet, ruft das Internetportal Handysektor alle Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland auf, am Handyfasten teilzunehmen – am besten im Klassenverband. So können sich die Jugendlichen gegenseitig motivieren.

Außerhalb der Aktion fördert Handysektor mit zahlreichen Angeboten die kompetente und sichere Nutzung von Smartphones, Tablets und Apps. Die Schülerinnen und Schüler sollen so erfahren, in welchen Situationen das Handy überflüssig sein kann, gleichzeitig aber auch sehen wo ein Einsatz durchaus sinnvoll ist. Für Lehrer steht eine komplette Unterrichtseinheit kostenlos zur Verfügung.
Tipps zum Handyfasten (nicht nur für Jugendliche)

• Mitstreiter suchen und gemeinsam handyfasten
• Ziele und Regeln festlegen, wie lange und unter welchen Bedingungen gefastet werden soll
• Familie und Freundeskreis informieren
• Für häufig genutzte Funktionen rechtzeitig Ersatz besorgen (z. B. Wecker, Kalender, Fahrplan)
• Handy komplett ausschalten und am besten wegschließen
• Tagebuch führen und notieren, an welchen Stellen das Mobiltelefon fehlt und für welche anderen Dinge plötzlich Zeit ist
• Während des Fastens einfach mal Briefe verschicken und Reaktionen abwarten
Im Shop der Fachstelle Medien kann hier ein anregendes Tagebuch bestellt werden, das beim Verzichten hilft.

Weitere Informationen unter: www.handysektor.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.