Das Leben von Personen aus der Kirchengeschichte, wie zum Beispiel von Martin Luther oder dem Heiligen Martin von Tours sowie biblische Erzählungen können in Comics kreativ umgesetzt werden. Egal ob nun Kinder oder Jugendliche: Comics nehmen in der Lebenswelt von Heranwachsenden einen hohen Stellenwert ein. Diese visuelle Gestaltungsform eignet sich auch für Anleitungen, zum Beispiel zur Darstellung des „Vater unser“ mit Gebärden, oder als veranschaulichte Bastelanregung für eine Krippe. Auch Schülerinnen und Schüler können sich hiermit gegenseitig beschreiben oder ihre Kirche und deren Mitarbeitende vorstellen.

Mit Comiclife ist ein Comic schnell erstellt. Die Software ist für mobile Endgeräte (Comiclife3 4,99€) und für den PC (29,99€/ ab 16€ Bildungslizenz) erhältlich. Ein Vorteil bei der Erstellung mit

der App ist, dass Fotos direkt mit dem Tablet aufgenommen werden können. Digitalkameras sind somit nicht nötig. Das Erstellen von Comics kann beliebig ausgeweitet werden, sei es als kurzer Arbeitsauftrag im Unterricht oder im Rahmen einer ganzen Projektwoche. Bei umfangreicheren Comics ist es wichtig, sich zunächst auf eine Geschichte zu einigen und diese im Vorfeld in Bildskizzen festzuhalten, einem Storyboard. Der Gruppe steht frei, ob sie zeichnen oder malen möchte, sie sich selbst fotografieren will oder Figuren als Darsteller wählt. Wichtig ist es, die Bilder auf das Wesentliche zu reduzieren und mit wenig Schriftsprache auszukommen.

 

Projektablauf

Einheit 1: Einstellungsgrößen und Perspektiven
Bevor die Handlung der Geschichte genauer geplant werden kann, sollten den Schüler/innen Grundlagen für die Wahl des Bildausschnitts vermittelt werden. Die Einstellungsgrößen, die einen Bildausschnitt festlegen und sich auf ein Objekt beziehen, dienen beim Storyboard als Orientierung. Anhand eines Arbeitsblattes zu Einstellungsgrößen (siehe https://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/video/unterricht/baum/jobs/story.htm) können die vorhandenen acht Einstellungsgrößen, besprochen werden – auch Perspektive ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. Insbesondere soll bei der Besprechung auf den Zweck der Einstellungsgröße und Perspektiven eingegangen werden. So ha

t die Einstellung der Totalen das Ziel einen Überblick über den Handlungsort zu geben und die Detaileinstellung will den Fokus auf etwas zu legen, das wichtig für die Handlung ist.
Um die erlangten Kenntnisse zu festigen sollte eine Übung mit Tablets, Smartphones oder Digitalkameras mit den Schülern durchgeführt werden, um durch Wiederholung und abwechslungsreiche Methoden den Lernprozess voranzutreiben. Die Schüler finden sich in Gruppen zusammen und bekommen die Aufgabe gestellt, Szenen aus einer Geschichte darzustellen. Zur Orientierung bekommen sie Stichworte zu der Geschichte. Beim Fotografieren soll die passende Einstellungsgröße gewählt werden. Jede Szene darf bis zu drei Fotos mit verschieden Einstellungen haben. Die Szenen werden, wie beim Comic auch, mit Standbildern nachgestellt. Bei dieser Übung werden von den Schülern bewusst Bildausschnitte wahrgenommen und damit ihre Wahrnehmungsfähigkeit geschult. Sie selber lernen sich aussagekräftig in Szene zu setzen und erfahren dadurch wie ihr Selbstbild auf andere wirkt und sammeln Erfahrungen wie sie Gestik und Mimik und Körpersprache einsetzen müssen, um einen Inhalt zu transportieren.

Einheit 2: Storyboard zeichnen
Das Storyboard ist eine Methode, die man anstatt eines Drehbuchs wählen kann, um den Ablauf der Handlungen skizzenhaft festzuhalten. Neben dem Ablauf der Szenen gibt das Storyboard auch eine Orientierung für das spätere Standbild. Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven, auftretende Rollen, Requisiten und der Ort werden festgehalten. So kann man die Geschichte in Bilder übersetzen, in einzelne Szenen aufteilen und diese konkret planen. Das Storyboard ist ein Drehplan, der als Gedankenstütze bei der Arbeit an einem Comic dient. Beim Erstellen des Storyboards sollten aus Zeitgründen mehrere Gruppen parallel arbeiten. Eine Gruppe übernimmt die Einführung der Geschichte, die auch Exposition genannt wird sowie die Steigerung der Handlung. Eine andere Gruppe ist für den Hauptteil der Geschichte zuständig und zeichnet die Szenen, die den Höhepunkt darstellen. Die letzte Gruppe übernimmt die Wende der Geschichte und den Schluss. Die Szenen sollten maximal auf drei verschiedene Bilder beschränkt werden, da es sonst zu unüberschaubar wird. Gerne können Sie unsere Arbeitsblatt-Vorlage für ein Storyboard verwenden.

 

 

Einheit 3: Einführung in die App/Programm, fotografieren und bearbeiten
Über Beamer können die wichtigsten Funktionen des Programms aufgezeigt werden. Eine Anleitung in Form eines Comics haben wir in einer ausführlicheren Version und als Kurzanleitung erstellt.  Wenn Sie nicht auf Tablets zurückgreifen können, gibt es Comiclife 3 auch als Software. Eine Video-Anleitung finden Sie unter https://www.medienpaedagogik-praxis.de/2008/08/16/screencast2-comic-life-howto/. Bei der Bearbeitung am PC ist eine Digitalkamera bzw. falls gezeichnet wird ein Scanner notwendig.
Je nach Gruppengröße ist es sinnvoll mehreren Tablets zu verwenden, damit bei der Bearbeitung nicht nur an einem Gerät gearbeitet werden kann. Vor dem Fotografieren mit Hilfe der Gedankenstütze in Form des Storyboards sollten die Szenen aufgeteilt werden, die dann mit verschiedenen Tablets aufgenommen werden, so erspart man sich die Übertragung der Bilder auf weitere Geräte und kann gleich mit der Bearbeitung loslegen. Am Ende wird das Dokument auf jedem Gerät als JPG-Datei exportiert. Alle Bilder müssen nun auf ein Gerät übertragen werden und können als ein PDF-Dokument zusammengefasst werden.

Hier ein Beispiel-Comic einer Firmgruppe aus Reutlingen, die das Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“ umgesetzt haben:

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