Aus der Reihe Keine Autoren für den Gemeindebrief? 7 Gründe und Vorschläge

Das Problem

Viele Gemeindebriefe sind nicht ansprechend gestaltet. Es ist nicht reizvoll für ein Heft zu schreiben, das auf dünnem Papier in magerer Qualität gedruckt wird.

Der Lösungsvorschlag

Tolle Bilder, klares Layout und hochwertiger Druck – das macht einen Gemeindebrief nicht nur für die Leser attraktiver. Auch die Autoren sind stolz, wenn ihre Beiträge gleich ins Auge fallen. Da macht es viel mehr Spaß einen Artikel zu schreiben, wenn man weiß, dass die nächste Ausgabe wieder ein Hingucker wird.

Texte, die wichtig sind, müssen auch so behandelt werden: Im Gottesdienst wird das Evangelium feierlich zum Ambo getragen. Wenn man den Gemeindebrief angemessen wertschätzt, gewinnt man viel leichter neue Autoren. Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht für die Gestaltung Profis zu beauftragen.

Falls in Ihrer Gemeinde auf so einen Vorschlag gleich die Frage folgt, ob das bezahlbar ist: Grafiker kosten, doch es ist klug angelegtes Geld. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Gerne wiederhole ich, was dazu in den Broschüren für die Öffentlichkeitsarbeit (Säule 5,  Seite 192f.) steht:

Welche finanziellen Mittel sind für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit angemessen? Das Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist das gute Bild der Kirche, die Zielgruppe sind die kirchenfernen Gemeindemitglieder. Eines der grundlegenden Motive, sich verstärkt in diesem Bereich zu bemühen, ist die wachsende Kluft zwischen aktiven und passiven Gemeindemitgliedern: Zugespitzt kann man sagen, dass 90 Prozent der Gemeindemitglieder die kirchlichen Angebote nicht oder nicht bewusst nutzen, die aktiven 10 Prozent aber die Kirchensteuern aller verwalten und fast nur für sich selbst ausgeben (vgl. Fundament 1, S.32).

Wenn die Öffentlichkeitsarbeit für die große Mehrheit den einzigen Kontakt zur Kirche (neben der Steuererklärung) darstellt, wie viel ist man dann bereit zu investieren? Wie viel ist Ihre Gemeinde bereit, bei Angeboten für die Kirchennahen zu sparen, um diese Ungerechtigkeit zu korrigieren?

Einen bestimmten Prozentsatz des Budgets dafür vorzusehen ist angesichts der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der Gemeinden nicht möglich – hoffentlich will keiner 90 Prozent des Budgets darauf verwenden! Dass der Haushalt bereits vielen Zwängen und Vorschriften unterliegt und mitunter sehr angespannt ist, ist bekannt; eine weitere verbindliche Vorgabe brauchen Sie auch nicht befürchten – die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Zur Orientierung eine These: Jede Gemeinde sollte mittelfristig bis zu fünf Euro pro Gemeindemitglied pro Jahr für die Öffentlichkeitsarbeit ausgeben. Wenn diese Zahl, wie so oft, lebhaften Widerspruch erntet, so ist weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. Die fünf Euro sind ein Fernziel, doch der Finanzausschuss muss vom Bedarf guter Öffentlichkeitsarbeit überzeugt werden.

Wenn nur die Öffentlichkeitsarbeiter die Notwendigkeiten erkennen und entsprechend planen, aber dann die Finanzierung verweigert wird, ist der Frust groß. Bleiben Sie also hart und streiten Sie für eine faire, angemessene finanzielle Ausstattung, bevor Sie konkrete Konzepte entwickeln.

 

Aus der Reihe Keine Autoren für den Gemeindebrief? 7 Gründe und Vorschläge

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