Extremismus im Netz1Die diesjährigen Stuttgarter Tage der Medienpädagogik in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart widmeten sich dem Thema Menschenfeindlichkeit und Extremismus im Netz.
Demokratiefeindliche, rechtsextreme, rechtspopulistische, islamistische und salafistische Gruppierungen verwenden zunehmend soziale Netzwerke und versuchen damit auch zu jungen Menschen durchzudringen. Daher ist es wichtig sich mit dieser Thematik auseinander zusetzten. Auf der Tagung wurden Hintergründe thematisiert und Handlungsstrategien für die Medienpädagogik aufgezeigt.

Gleich zu Beginn verdeutlichten Statistiken die Entwicklungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) in Deutschland sowie speziell auch in Baden-Württemberg. Erschreckenderweise kann man seit 1985 im Schnitt von drei rechtsmotivierten Gewalttaten am Tag ausgehen. Die Anzahl der Angriffe auf Flüchtlinge und/oder Flüchtlingsheime in Deutschland betrug bis Ende 2014 199, bis Ende 2015 waren es fast das Fünffache, nämlich 924 Anschläge! Diese Zahlen würde man am liebsten negieren, sollte man aber nicht tun, denn sie sind real (siehe https://www.tagesschau.de/inland/anschlaege-asylunterkuenfte-bka-101.html).

In den Vorträgen und Workshops der Tagung ging es unter anderem um den Dschihadismus, das dark net, um verschiedene menschenfeindliche Gruppen in sozialen Netzwerken und wie man diesen „Hetzen in Netzen“ begegnen kann.

Screenshot_2016-03-21-12-06-54Ein spannender Workshop wurde zum Mobile Game „Change City – Das Spiel gegen Menschenfeindlichkeit“ angeboten. Dies ist ein Serious Game, dass zur Prävention von GMF, sowohl schulisch, als auch außerschulisch eingesetzt werden kann. Das Kolping Bildungswerk Württemberg e.V., das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Agentur Kastanie Eins, die Entwickler des Spiels, entschieden sich für die Schwerpunktthemen Homophobie, Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Internet.

Spielerisch werden die Themen vermittelt, sodass die Zielgruppe (Jugendliche im Alter von 12-16 Jahren) nicht nur in der Lage sind, den „Mief“ in der virtuellen Welt zu beseitigen, sondern auch im realen Leben damit umzugehen wissen.
Im Workshop bekam man die Möglichkeit aktiv Einfluss auf das Spiel zu nehmen, indem man sich Quizfragen für die nächste Version des Spiels überlegen konnte.

Es lohnt sich „Change City“ einfach mal selbst oder in der Klasse/Jugendgruppe zu testen -entweder auf dem Computer oder auf dem Smartphone. http://www.changecity.de/

Wie man Hetze im Netz begegnen kann, zeigt die Broschüre „‘Geh sterben!‘ – Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet“ der Amadeu Antonio Stiftung sehr anschaulich auf: http://fachstelle-medien.de/hatespeech-nicht-dulden-sondern-widerspruch-leisten/

 

 

Autorin und Bild: Selina Schmitt, Praktikantin Fachstelle Medien & Studierende der PH Ludwigsburg (Kultur- und Medienbildung)

Screenshot: Mobile Game „Change City – Das Spiel gegen Menschenfeindlichkeit“

 

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